Die Handlungsgebiete

Der Wertschöpfungszyklus des Bergbaus beinhaltet allgemein Schritte wie Lagerstättenerschließung, Rohstoffabbau, Anreicherung der Wertkomponenten, Reingewinnung von Wertkomponenten und Verwertung/Entsorgung von Reststoffen. Für Geo-/Geobiotechnologien ergeben sich u.a. folgende Einsatzmöglichkeiten.

 

 

Geo- bzw. Geobiotechnologien sind insbesondere in Kombination mit unterschiedlichsten Gewinnungs- und Aufbereitungsprozessen sowie zur Steigerung der Effektivität der einzelnen Schritte anwendbar.
Geo- und Geobiotechnologien können damit wertvolle Beiträge sowohl zur Verbesserung etablierter Technologien als auch, und insbesondere, bei der künftigen Nutzung fein verwachsener, ungünstig zusammengesetzter und dadurch schwierig aufzubereitender (strategischer) Rohstoffe liefern und somit zur angestrebten Steigerung der Ressourceneffizienz beitragen.

Der Teilnehmerkreis der Projektpartner soll schwerpunktmäßig in die Lage versetzt werden, sich auf dem Gebiet der Aufbereitung und Behandlung nicht-sulfidischer Erze wie z.B. Laterite, Zinn-Wolfram Erze oder Spaterze perspektivisch zu entwickeln.

Der hierin zu strukturierende Forschungsbedarf besteht in der Weiterentwicklung der Aufbereitungstechnologien für nicht-sulfidische Erze mittels der Auswahl und Erprobung auch mikrobiologischer Trennoperationen. Grundlage dieser Trennprozesse sind mikrobielle Reaktionen z.B. zur Silikatauflösung, für Reduktionsprozesse und für Transformationen. Wesentliche Erkenntnisse zu Potenzial und Anwendern mikrobiologischer Verfahren konnten aus dem Innovationsforum "Geobiotechnologie – mikrobiologische Verfahren für Bergbau und Umweltschutz" gewonnen werden. Im Einzelnen sollen Möglichkeiten

  • zur sauren, neutralen und alkalischen Laugung von Silikaten am Beispiel von Lateriten und Skarnerzen analysiert werden, bei der entweder das Silikat oder die gebunden Wertkomponenten solubilisiert werden,
  • zur Wertstoffabtrennung durch Reduktionsprozesse mit nachfolgender verbesserter Löslichkeit der vorhandenen Metallionen, wie Fe, Mn, Cr, W oder Sn4+
  • zur Abtrennung durch die mikrobielle Bildung von flüchtigen und / oder extrahierbaren metallorganischen und / oder wasserstoffhaltigen Verbindungen analog dem  Methylarsen, Arsenwasserstoff, sowie methylierten und alkylierten Metallverbindungen

geprüft werden.

Bei positiven Ergebnissen können diese Prozesse zur Gewinnung von Metallen wie W, Sn oder Spurenmetallen (In, Ga, Ge) aus einem Erz eingesetzt werden.

Mit den genannten Arbeiten soll gleichzeitig ein Beitrag zur Auflösung des Innovationsstaus auf dem Gebiet der Aufbereitung einheimischer Metall-Rohstoffe, der der sich über die letzten 20-30 Jahre ergab, geleistet werden.

Durch Vergleich der Charakteristik einheimischer Lagerstätten schwer aufbereitbarer Rohstoffe, wie der Zinn-Wolfram-Lagerstätte Pöhla, der Nickel-Lateritlagerstätte Callenberg oder der Lithium (Zinn, Wolfram)-Lagerstätte Zinnwald mit relevanten Bergbauprojekten in anderen Ländern, wie Mittersill/A, Panasqueira tungsten mine/PT oder Hemerdon Ball/GB sollen Synergien genutzt und zusätzliche Innovationspotenziale, aber auch Handlungsbedarf für die Entwicklung international vermarktungsfähiger Technologien identifiziert werden.